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CTS Eventim Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

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Konzertpublikum von hinten mit erhobenen Händen vor einer violett-golden beleuchteten Bühne
Aktie im Porträt

CTS Eventim Aktie: Portrait, Kurs und Geschäftsmodell

CTS Eventim verkauft Konzerttickets – und veranstaltet die Konzerte gleich selbst. Diese Doppelrolle ist das Besondere am Geschäftsmodell: Das Unternehmen betreibt Ticketplattformen in über 30 Ländern und ist zugleich einer der größten Veranstalter Europas.

Die Ertragsverteilung ist dabei bemerkenswert schief. Das Ticketing steuert nur 31 Prozent des Umsatzes bei, aber über drei Viertel des operativen Ergebnisses.

Unternehmensprofil

SatzungssitzMünchen, Verwaltungssitz Hamburg
RechtsformKGaA, Komplementärin ist die EVENTIM Management AG
VorstandsvorsitzKlaus-Peter Schulenberg
AufsichtsratsvorsitzDr. Bernd Kundrun
Mitarbeiter5.280 (30. Juni 2026)
BrancheTicketing und Live Entertainment
IndexMDAX
ISINDE0005470306
WKN547030
KürzelEVD
KontrolleKlaus-Peter Schulenberg mittelbar über die KPS Stiftung

Kursverlauf

Der Chart zeigt den Wochenverlauf der fünf Jahre. Kursdaten über TradingView.

Das Geschäftsmodell

Das Segment Ticketing betreibt eigene Verkaufsplattformen in mehr als 30 Ländern. Im ersten Halbjahr 2026 kam es auf 473,3 Millionen Euro Umsatz oder 31,3 Prozent des Konzernumsatzes – und auf ein bereinigtes EBITDA von 172,5 Millionen Euro.

Das Segment Live Entertainment umfasst das Veranstalter-, Tournee- und Hallengeschäft. Es erzielte 1.060,6 Millionen Euro oder 70,1 Prozent des Umsatzes, trug zum bereinigten EBITDA aber nur 52,9 Millionen Euro bei.

Im Jahr 2025 wurden 177,9 Millionen Tickets an Endkunden verkauft, nach 147,2 Millionen im Vorjahr. Die größten Märkte waren Deutschland mit 1.347,6 Millionen Euro Umsatz, Italien mit 605,9 Millionen, die Schweiz mit 220,1 Millionen, Österreich mit 186,5 Millionen und die USA mit 170,2 Millionen Euro.

Die zuletzt gemeldeten Zahlen

Zahlen aus dem Halbjahresfinanzbericht vom 20. August 2026.

Kennzahl1. Halbjahr 2026Vorjahr
Umsatz1.512,8 Mio. €1.294,2 Mio. €
Bereinigtes EBITDA225,4 Mio. €200,5 Mio. €
Bereinigte EBITDA-Marge14,9 %15,5 %
EBIT174,6 Mio. €151,4 Mio. €
Konzernergebnis135,0 Mio. €95,8 Mio. €
davon Anteil der Aktionäre120,4 Mio. €89,7 Mio. €
Ergebnis je Aktie1,25 €0,93 €

Der kräftige Ergebnissprung hat eine Besonderheit: Das Finanzergebnis drehte von minus 5,7 auf plus 20,0 Millionen Euro, überwiegend durch die Währungsumrechnung von Forderungen in US-Dollar. Nach Segmenten wuchs das Live Entertainment beim bereinigten EBITDA um 57,1 Prozent auf 52,9 Millionen Euro, das Ticketing nur um 3,4 Prozent auf 172,5 Millionen – die Ticketing-Marge fiel von 40,1 auf 36,4 Prozent. Zum Vergleich das Geschäftsjahr 2025: 3.079,3 Millionen Euro Umsatz, 584,0 Millionen bereinigtes EBITDA und ein Ergebnis je Aktie von 2,89 Euro.

Prognose für das laufende Geschäftsjahr

CTS Eventim nennt in der Zwischenberichterstattung keine bezifferte Prognose. Im Halbjahresbericht vom 20. August 2026 heißt es, es gebe derzeit keine wesentlichen Änderungen gegenüber dem Ausblick im Geschäftsbericht 2025; diese Aussagen gälten weiter.

Nach dem ersten Quartal hatte das Unternehmen mitgeteilt, Konzern und beide Segmente entwickelten sich im Rahmen der Erwartungen für das Gesamtjahr.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2025 schüttete CTS Eventim 138,2 Millionen Euro aus, das entspricht 1,44 Euro je dividendenberechtigter Aktie. Die Hauptversammlung beschloss die Zahlung am 27. Mai 2026, ausgezahlt wurde im zweiten Quartal.

Was das Geschäft antreibt

  • Die Plattform. Das Ticketing erzielt eine bereinigte EBITDA-Marge von 36,4 Prozent – ein Softwaregeschäft mit den Kostenstrukturen eines solchen, während das Veranstaltungsgeschäft bei 5,0 Prozent liegt.
  • Die Doppelrolle. Als Veranstalter kontrolliert CTS Eventim einen Teil des Ticketangebots, das über die eigene Plattform verkauft wird.
  • Live Entertainment holt auf. Das bereinigte EBITDA dieses Segments stieg im Halbjahr um 57,1 Prozent.

Welche Risiken das Unternehmen selbst nennt

  • Die Ticketing-Marge sank von 40,1 auf 36,4 Prozent. Hintergrund ist laut Unternehmen die Umstellung der Partnerschaft mit Stage Entertainment; der Vertrag wurde inzwischen langfristig als Handelspartnerschaft verlängert. Ohne diesen Effekt wuchs der Ticketing-Umsatz im ersten Quartal um gut 6 Prozent.
  • Das Finanzergebnis hängt spürbar an Währungseffekten auf Dollar-Forderungen. Der Beitrag von 20,0 Millionen Euro im Halbjahr kann sich bei anderer Kursentwicklung umkehren.
  • Der Vorstand erklärt, die Risiken gefährdeten den Fortbestand nicht, und verweist auf den unverändert geltenden Risikobericht des Geschäftsberichts 2025.

Wettbewerb

CTS Eventim nennt in den veröffentlichten Unterlagen keine Wettbewerber namentlich.

Termine

DatumEreignis
nicht veröffentlichtDer Halbjahresbericht nennt keine Termine. Im Vorjahr erschien die Quartalsmitteilung am 20. November.

Fazit

Bei CTS Eventim lohnt es sich, die beiden Segmente getrennt zu betrachten, weil sie wirtschaftlich grundverschieden sind. Das Live Entertainment ist ein Volumengeschäft mit dünner Marge – es bringt 70 Prozent des Umsatzes und 5 Prozent Marge. Das Ticketing ist faktisch ein Plattformgeschäft mit 36 Prozent Marge.

Daraus folgt: Wer die Aktie bewertet, schaut auf das Ticketing. Es steuert 172,5 von 225,4 Millionen Euro bereinigtem Konzern-EBITDA bei, also gut drei Viertel. Das Veranstaltungsgeschäft füllt die Hallen, die die Plattform dann bedient.

Der Punkt, den man im Auge behalten sollte, ist genau dort: Die Ticketing-Marge ist um fast vier Prozentpunkte gefallen. Das Unternehmen erklärt das mit einer einzelnen Partnerschaftsumstellung. Ob die Marge auf das alte Niveau zurückkehrt, wird sich an den kommenden Quartalen zeigen. Eine bezifferte Prognose gibt CTS Eventim dazu nicht.

Fragen und Antworten

Zahlt CTS Eventim eine Dividende?

Ja, für 2025 waren es 1,44 Euro je Aktie bei einer Gesamtausschüttung von 138,2 Millionen Euro.

Was bedeutet die Rechtsform KGaA?

Kommanditgesellschaft auf Aktien. Die Geschäfte führt die Komplementärin EVENTIM Management AG, nicht ein Vorstand der börsennotierten Gesellschaft selbst. Klaus-Peter Schulenberg kontrolliert die Gesellschaft mittelbar über die KPS Stiftung.

Warum verdient das kleinere Segment mehr?

Ticketing ist ein Plattformgeschäft mit geringen variablen Kosten je verkauftem Ticket. Live Entertainment muss Künstlergagen, Hallenmieten und Produktionskosten tragen.

Wie viele Tickets verkauft das Unternehmen?

Im Jahr 2025 waren es 177,9 Millionen an Endkunden, nach 147,2 Millionen im Vorjahr.

Quellen

Stand der Daten: 14. Oktober 2026. Dieser Beitrag ist eine Einordnung öffentlich verfügbarer Unternehmensangaben und keine Anlageempfehlung.